Pressemitteilungen 2012

Das Vokalensemble Vigholin beim Einsingen

Westfalenpost DIENSTAG | 11. DEZEMBER 2012 (O-Text)

Südafrikanischer Touch beeindruckt beim Benefiz-Konzert

Mandolinen-Konzert-Gesellschaft spannt musikalischen Bogen vom 18. Jahrhundert bis hin zu fetzigen Rhythmen

Von Renate Schmoll

Hagen. Die Mandolinen-Konzert-Gesellschaft 1924 Hagen unter der Leitung von Adrian Karperien gab am Sonntag ihr 25. vorweihnachtliches Benefiz-Konzert zugunsten des Kinderschutzbundes in der Christus Kirche vor großem Publikum. Als Gäste waren Tela Zabel und ihr Vokalensemble Vigholin aus Hohenlimburg eingeladen worden. Sie übernahmen den ersten Teil des Programms mit Liedern aus Südafrika. Nicht nur wunderbar leicht formulierte Töne, sondern auch englische und sogar südafrikanische Vokabeln flossen den überdurchschnittlich jungen Sängerinnen und Sängern „wie Honig von den Lippen“. Auch ohne Sprachkenntnisse gingen die Zuhörer in der in großen Spannungsbögen mit perfekt dosierten Lautstärkeveränderungen vorgetragenen Freude des Chorgesangs auf. Der Sopran leuchtete, die Männerstimmen verschmolzen in einer Unisono-Passage zu homogener Einstimmigkeit. Niemand musste seine Stimmbänder über Gebühr strapazieren; das Klangvolumen war ausgewogen. Mit der gleichen musikalischen Kompetenz stellte die „Ma-Ko-Ge“ die Sonata 6 von Valentin Roeser aus dem 18. Jahrhundert vor. Das „Allegro di molto con brio“ – mit viel Schwung – war quicklebendig; der 2. Satz war einer kleinen Gruppe hoher Instrumente vorbehalten. Das Presto des Finale verarbeitete fröhlich aufsteigende Dreiklänge in sehr schnellem Tempo. Ein Kontrabass zupfte im Hintergrund sehr dezent die Grundtöne zu dem faszinierenden filigranen Orchesterklang, der sich in der Kirchenakustik apart ausbreitete. Das Presto aus dem Streichquartett Nr. 3 G-Dur von Mozart gelang als Bearbeitung mit starken Akzenten, virtuosen Läufen und perfekter Unisono-Passage sehr gut. Im 2. Chorblock fiel besonders ein sehr anspruchsvoller Satz von Ernst Pepping auf, „Zu Bethlehem geboren“, wobei die Melodie zwischen Männer- und Frauenstimmen wechselte und von den übrigen in schneller selbstständiger Mehrstimmigkeit umkreist wurde. Ein inniges polnisches Weihnachtslied besang das Kind in der Krippe. Die „Ma-Ko-Ge“ stellte in einem flotten Weihnachtsliederpotpourri mit dezenten Schlagzeug-Einwürfen unter anderem auch ein Lied von Mendelssohn vor. Der Dirigent und die bekannte Mandolinenspielerin Tabea Förster traten als Überraschung mit dem virtuosen Bolero Nr. 1 von Raffaele Calace auf, einem Italiener, der sich mit der Förderung der Mandolinenmusik einen Namen gemacht hat. Fetzige Rhythmik wechselte mit sanften liedhaften Partien, wobei die Übergänge mit perfekt übereinstimmender Tempoverzögerung eingeleitet wurden, schwierig im Zusammenspiel. Zwei Weihnachtslieder wurden von allen Beteiligten gemeinsam aufgeführt, und bei „Tochter Zion“ durfte auch das Publikum mit einstimmen. Der begeisterte Beifall schlug sich zur Freude des Kinderschutzbundes, insbesondere der Kinder und Jugendkrebshilfe, in der von Scheinen raschelnden Kollekte nieder.

 

 Stiftskirche St. Marien, Herdecke

Musik verzaubert das Publikum

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