Pressemitteilungen 2009

Westfälische Rundschau, 08.12.2009

Ein mächtiger Lobpreis zu Ehren Gottes

Kirchenchor St. Josef und alle anderen Mitwirkenden glänzten mit der Aufführung von Mendelssohn-Sinfonie

LETMATHE. (Hubert Schmalor) Während am Haus Letmathe die Besucher des Weihnachtsmarktes noch mit Wind und Regen kämpften, erklangen nebenan in St. Kilian weder Weihnachts- noch Adventslieder, sondern ein mächtiger Lobpreis zu Ehren Gottes - zu jeder Jahreszeit sinnvoll und angebracht und auch deshalb wohltuend musikalisch kontrastierend gerade in der Vorweihnachtszeit.

Als "Lobgesang" auf die Erfindung der Buchdruckkunst Johannes Gutenbergs anlässlich deren 400-jährigen Jubiläums komponierte Felix Mendelssohn-Bartholdy im Jahr 1840 seine Sinfonie No. 52. Dass dieses Werk zusammen mit dem auch auf dem Programm stehenden Psalm 42 "Wie der Hirsch schreit" zum zweiten Mal kurz hintereinander in Iserlohn aufgeführt wurde, ist jedoch weniger der Buchdruckkunst als der Wiederkehr des 200. Geburtstages von Mendelssohn-Bartholdy zu verdanken.

Um den Ansprüchen der genannten mächtigen romantischen Werke auch quantitativ gerecht zu werden, hatte sich der veranstaltende Chor St. Josef Stübbeken (Einstudierung: Hartwig Maag) mit dem Hohenlimburger Chor "Vigholin" (Einstudierung: Tela Zabel) zusammengefunden und sich noch mit Gastsängerinnen und -sängern verstärkt. Den nicht unwesentlichen Orchesterpart übernahm das "Kourion-Sinfonieorchester" aus Münster - die Gesamtleitung hatte Hartwig Maag.

Bereits bei der einführenden Psalmvertonung "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" wurde deutlich, dass der immerhin über 50 Sänger zählende Chor stimmlich einheitlich und präsent agierte, der Sopran auch "delikate" Stellen souverän meisterte und alle Vokalstimmen insgesamt sicher und gut vorbereitet wirkten. Ein wenig mehr Zurückhaltung des Orchesters insbesondere bei Tutti-Stellen und bei den manchmal explosiven Blechbläsereinsätzen hätte der klanglichen Balance zwischen Chor und Orchester an diesem Abend jedoch gut getan.

Zu Beginn des "Lobgesangs" durfte sich der Chor zunächst ausruhen, beginnt das ungewöhnlich strukturierte Großwerk doch mit einer etwa zwanzigminütigen orchestralen Sinfonia. Das von den Posaunen gesetzte markante Eingangssignal zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk, wird von den verschiedenen Instrumenten des für diesen Abend "romantisch" besetzten Kourion-Orchesters immer wieder zitiert und verarbeitet - und wird so fast schon zum Ohrwurm des Abends. Mit dem mächtigen und ausdrucksstarken Lobspruch "Alles was Odem hat" beginnen dann die von Rezitativen und Arien unterbrochenen Chorteile. Dabei absolvierte Sopranistin Kristin Ebner ihre Solopartien zwar kraftvoll und voluminös, jedoch gerade deshalb im mittleren Stimmbereich oft gepresst und durch (zu) starkes Vibrato gekennzeichnet. Angenehmer dagegen Tenor Rudolf Reimer, zurückhaltender, dafür sauberer in der Tonführung und in der dynamischen Gestaltung differenzierter.

Das "Kourion-Orchester" unter dem akzentuierten und fordernden Dirigat von Hartwig Maag erledigte seine Aufgaben äußerst professionell. Den zahlreichen Besuchern in der Pfarrkirche St. Kilian, das Mitteschiff war fast gefüllt, gefiel die für Mendelssohn-Bartholdy typische Mischung aus homophoner Klangentfaltung und polyphoner Kompositionstechnik offensichtlich. Obwohl "Standing Ovations" inzwischen zum Ablauf eines jeden Konzerts zu gehören scheinen, waren sie an diesem Abend ein sicher hoch verdienter Lohn für ein im besten Sinne prachtvoll-romantisches Konzerterlebnis.



Sängerinnen und sänger sowie alle Instrumentalisten gaben ihr Bestes zum Gelingen eines außergewöhnlichen Konzertes, das beim Publikum in St. Kilian begeisterten Beifall hervorrief. (Foto: Josef Wronski)

Querschnitt durch 80 Jahre leichter Muse

Westfalenpost, 26.06.2009

Beim gut besuchten Chorkonzert in der Freien evangelischen Gemeinde an der Ziegelstraße bot das Vokalensemble "Vigholin" in gefälliger Weise vieles von dem, was den Menschen an Melodien tagtäglich so nebenbei durch den Kopf geht.
Foto: Ute Theimann
Vokalensemble "Vigholin"
tritt im voll besetzten Gemeindesaal an der Ziegelstraße auf

HOHENLIMBURG. (Ute) Voll besetzt war der Saal der Freien evangelischen Gemeinde an der Ziegelstraße, als das Hohenlimburger Vokalensemble "Vigholin" seine Stimmen erhob: Das Motto "Vigholin goes pop" deutete gleich den Tenor des Chorkonzertes an, das unter der Leitung von Tela Zabel stand und Uschi Neuhäuser am Klavier sah. Miteinander verbunden wurde die poppige Kost durch die launige Moderation von Friedel Petring. Die Sängerinnen und Sänger lieferten einen bunten Querschnitt durch fast 80 Jahre leichte Muse - vom "Kleinen grünen Kaktus" über die Beatles-Hommage an Rentner und lanjährige Ehefrauen, "When I'm sixty-four", Gershwins "Summertime" bis hin zu dem Soul-Klassiker "Killing me softly" und den Tokens-Ohrwurm "The lion sleeps tonight". Der Chor bot in gefälliger Weise vieles von dem, was den Menschen an Melodien tagtäglich so nebenbei durch den Kopf geht.

   

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